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Fehler vermeiden, Schwächen nutzen
Um die praktischen Voraussetzungen einer jeden Gehaltsverhandlung zu klären, sollten Sie folgende Frage stellen: Was ist für ein Gespräch förderlich, welche Verhaltensweisen muss ich unbedingt vermeiden? Denn immer noch scheitern selbst viele aussichtsreiche Kandidaten mit ihren Forderungen – aber nicht etwa, weil diese überzogen wären, sondern weil sie falsch (d. h. in der Regel: zu aggressiv, zu unsicher oder mit sachfremden Begründungen) "verkauft" werden. Wie sonst wäre es zu erklären, dass nach Ansicht von Michael Waadt, Geschäftsführer des Münchner geva-instituts, der Gesellschaft für Verhaltensanalyse und Evaluation, immer noch rund ein Viertel der Beschäftigten eine geringere Bezahlung erhält als eigentlich angebracht? Unsere Tipps sollen Sie in die Lage versetzen, derartigen Niederlagen in Zukunft aus dem Weg zu gehen.
Verhaltensfehler
Formale Korrektheit
Auch wenn es im Zeitalter der "flachen Hierarchien" und des locker-flockigen Umgangstons altmodisch anmutet – achten Sie unbedingt darauf, dass Sie Ihr Anliegen formal korrekt vorbringen. Das fängt bereits bei der Wahl des Gesprächszeitpunkts an: Wer seinen Chef beim Betriebsausflug mit den Worten "Wir müssten übrigens mal über eine Gehaltserhöhung reden" überfällt, ist selbst schuld, wenn sich dieser sperrt. Schließlich dient die Veranstaltung der Verbesserung des Betriebsklimas; daher ist es unklug, potenziell konfliktträchtige Themen anzusprechen. Auch wer den zuständigen Vorgesetzten nach Feierabend vor dem Fahrstuhl oder auf dem Parkplatz abfängt, wird normalerweise mit dem Hinweis beschieden, sich gefälligst einen Termin geben zu lassen. Einige Experten wollen wissen, dass Montage und Freitage für Gehaltsverhandlungen besonders ungünstig sind, weil die meisten Menschen dann ans zurückliegende bzw. kommende Wochenende denken. Ob dies den Tatsachen entspricht, lässt sich leider nicht klären – Fakt ist aber, dass viele Vorgesetzte an diesen Tagen ohnehin nicht abkömmlich, da mit Planungsaufgaben und Konferenzen ausgelastet oder schlicht auf Geschäftsreise sind.
Den Dienstweg einhalten
Da ist es schon einfacher, gleich den offiziellen Weg einzuhalten und während der regulären Arbeitszeiten (Pausen) beim Chef selbst oder ggf. seiner Sekretärin um ein Gespräch zu bitten. Als Thema sollten Sie die Beurteilung Ihrer Leistungen oder Ihre Entwicklungschancen in der Firma angeben. So vermeiden Sie, das Reizthema "Geld" anzusprechen, und haben trotzdem hinreichend klar gemacht, worum es Ihnen geht.
Beachten Sie die Instanzen
Achten Sie weiterhin darauf, den "Instanzenzug" einzuhalten, d. h., sprechen Sie zunächst Ihren unmittelbaren Vorgesetzten an. Erst wenn dieser sich für nicht zuständig erklärt (oder laut Arbeitsvertrag keine Entscheidungsbefugnis hat), steht Ihnen der Weg zur nächsthöheren Ebene, meist dem Personalverantwortlichen, in selteneren Fällen auch dem Unternehmensleiter selbst, offen.
Pünktlichkeit
Und schließlich: Erscheinen Sie zum vereinbarten Termin pünktlich, ausgeschlafen und korrekt gekleidet – anderenfalls signalisieren Sie Ihrem Gesprächspartner, dass die Angelegenheit eigentlich nicht so wichtig ist. Diesen Eindruck wollen Sie ja schon im eigenen Interesse vermeiden.
Argumentationsfehler
So wie Ihr generelles Auftreten wird auch Ihre Gesprächsführung während der Gehaltsverhandlung kritisch beobachtet und oftmals zur Grundlage für eine Entscheidung gemacht. Folgerichtig sollten Sie sich bemühen, den ersten positiven Eindruck zu festigen und übermäßig aggressives bzw. schüchternes Auftreten sowie bestimmte Begründungen für Ihre Wünsche unter allen Umständen zu vermeiden. Hüten Sie sich insbesondere davor, eine der folgenden "Todsünden" zu begehen:
Keine Vergleiche!
Wer als einziges Argument für seine Gehaltsvorstellungen vorbringen kann, dass "Herr Meier oder Frau Schulze aber genauso viel kriegt" oder "ein Kollege in gleicher Position bei der ABC GmbH mehr bekommt", handelt sich meist sofort eine Ablehnung ein. Aus Sicht des Betriebes sogar zu Recht, denn der Betreffende entlarvt sich als möglicher Störenfried bzw. undichte Stelle: Warum, so wird sich jeder gute Vorgesetzte fragen, hat er gerade diese Kollegin auf dem Kieker? Und: Wie kommt er an diese Information – plaudert er etwa im Gegenzug Firmengeheimnisse aus? Besonders unpassend in diesem Zusammenhang sind Leistungsvergleiche der Sorte, die fiktiven Meier und Schulze arbeiteten langsamer oder weniger als Sie selbst. Denn erstens fehlt Ihnen für solche Urteile meist der Überblick, und zweitens erscheinen Sie neidisch und unsympathisch. Genau diesen Eindruck zu erwecken, können Sie sich aber nicht leisten. Ausnahme: Hinweise auf tarif- bzw. branchenübliche Durchschnittslöhne und -gehälter sind selbstverständlich sachlich gerechtfertigt und damit zulässig. Ob sie in der jeweiligen Situation auch klug sind, müssen Sie selbst entscheiden.
Keine Erpressungen!
Eng verwandt mit dem eben genannten Fehlverhalten sind Auftritte nach dem Motto "Entweder Sie zahlen mehr oder ich kündige". Denn abgesehen von den äußerst seltenen Fällen, in denen Ihre Position im Unternehmen aufgrund von Spezialkenntnissen unantastbar und der Arbeitsmarkt leer ist, kann heute jeder Beschäftigte mit Leichtigkeit ersetzt werden. Folglich wird ein solcher Schuss meist nach hinten losgehen und Ihr Chef Ihnen erklären: "Dann müssen Sie wohl kündigen." Das ist vor allem dann fatal, wenn Sie bei einer solchen Auseinandersetzung mit (angeblichen) Angeboten der Konkurrenz gewedelt haben und dann doch im Betrieb bleiben. In diesem Fall ist Ihr Marktwert nämlich dauerhaft gesunken.
Keinerlei Aggressionen!
Zur gleichen Kategorie gehören alle Verhaltensweisen, die Ihrem Gegenüber aggressiv erscheinen müssen, wie sichtbare Unzufriedenheit mit einem Gehaltsangebot, Drohung mit Gruppenforderungen ("Wenn Sie mir nicht mehr zahlen, stehen morgen meine Kollegen vor der Tür – dann müssen Sie") oder gar Wutausbrüche bei einer Ablehnung und der damit verbundenen vermeintlichen Geringschätzung Ihrer Arbeit. Fragen Sie vielmehr ruhig nach den Gründen für die mangelnde Kompromissbereitschaft Ihres Arbeitgebers und danach, was Sie tun können, um beim nächsten Mal erfolgreicher zu verhandeln. Erhalten Sie darauf keine befriedigende Antwort, können Sie sich immer noch weitere Schritte überlegen.
Unsicherheit und Unterwürfigkeit vermeiden!
Keine guten Karten hat auch, wer sein Anliegen allzu schüchtern – mit flüsternder Stimme, gesenktem Blick und übervorsichtigen Formulierungen wie "Könnten Sie sich vorstellen, mir unter Umständen eventuell ein klein wenig mehr Gehalt zu zahlen" vorbringt. Denn er erweckt selbst den Eindruck, von seiner berechtigten Forderung (und damit seinem Wert für die Firma) nicht überzeugt zu sein. Das Gleiche gilt für Kandidaten, die nicht auf den (manchmal verdeckten) Vorhalt eingehen, ihre Leistungen seien zwar lobenswert, doch eigentlich selbstverständlich. Auf diese Weise machen Sie sich im ungünstigsten Fall selbst zum Opfer einer Ablehnung.
Keinen Hinweis auf außerbetriebliche Gründe!
Abzuraten ist auch von allgemeinen Klagen über gestiegene Lebenshaltungskosten oder gar die persönliche finanzielle Belastung durch abzuzahlende Kredite o. ä. Im ersten Fall schwächen Sie Ihre Position, weil Sie keine arbeitsspezifischen Gründe vorbringen, im zweiten, weil Sie zeigen, dass Sie auf Ihren Job angewiesen (und somit durch eine Kündigungsdrohung "erpressbar") sind. Ein wenig mehr Entgegenkommen zeigen manche Betriebe, wenn sich Nachwuchs ankündigt oder eingestellt hat. Oft drückt sich dieses indes nicht in Bargeld aus, sondern in einem Angebot über geldwerte Ersatzleistungen, das Sie sorgfältig prüfen sollten.
Sonstige Fehler
Als ebenso dünn empfinden viele Arbeitgeber übrigens Hinweise auf die Dauer der Betriebszugehörigkeit oder den zeitlichen Abstand zur letzten Gehaltserhöhung. Wer ausschließlich durch Treue und Genügsamkeit zu überzeugen versucht, gilt im günstigsten Fall als naiv – eine Eigenschaft, auf die kein Chef bei seinen Mitarbeitern Wert legt.
Wie Sie Fehler vermeiden
Die Hinweise auf die häufigsten Verhaltens- und Argumentationsfehler haben Ihnen einen Schrecken eingejagt? Das ist kein Wunder, denn die meisten der als "Todsünden" beschriebenen Verhaltensweisen sind Resultate tief sitzender, teils unbewusster Gefühlsregungen (Versagensangst, Furcht vor Autoritäten). Zum Glück gibt es einige Rezepte, die nicht bloß helfen, Fehler zu vermeiden, sondern die Situation mit Übung und etwas Geschick sogar zu Ihren Gunsten beeinflussen können. Einige davon, wie das schriftliche Festhalten Ihrer Verhandlungsziele oder Ihrer Erfolge, haben wir bereits genannt. Weitere Tipps sind:
Den günstigsten Zeitpunkt wählen!
Strotzen Sie um acht Uhr früh nur so vor Energie, Ihr Chef aber ist ein Morgenmuffel? Oder umgekehrt? Oder sind Sie beide erst gegen halb zehn richtig fit? Dann empfiehlt sich in jedem Fall der spätere Verhandlungstermin. Berücksichtigen Sie unbedingt auch Ihre jeweiligen Dienstpläne (Konferenzen, Teambesprechungen), etwaige Produktionsspitzen oder sonstige Zeiten außergewöhnlicher Belastung (Weihnachtsgeschäft, Inventur, den Abschluss wichtiger Managementprojekte). Denken Sie daran: Niemand verhandelt gern unter Druck, auch Ihre Vorgesetzten nicht. Ebenso ungünstig ist allerdings, in einer Flaute oder während der Urlaubszeit zu verhandeln. In diesem Fall hat der Chef nämlich ebenfalls anderes im Sinn. Aber: Lassen Sie sich nicht vertrösten oder herumschubsen. Für Ihr Entgegenkommen haben Sie eine faire Chance verdient. Machen Sie das bei der Terminvereinbarung klar.
Schärfen Sie Ihre Argumentation
Nachdem Sie Ihr Verhandlungsziel und die Gründe, die für eine Gehaltserhöhung sprechen, schriftlich festgehalten haben, geht es nun daran, die wichtigsten Punkte auswendig zu lernen. Im Gespräch müssen Sie dann nur noch Ihr Zahlenmaterial (Ihre Zeugnisse usw.) präsentieren. Beim Lernen fällt dabei oft auf, wie Sie etwas einleuchtender darlegen können oder wo Schwachstellen liegen. Eliminieren Sie diese, und arbeiten Sie die Stärken Ihres Konzepts richtig heraus. Achten Sie auf die richtige Reihenfolge – bringen Sie anfangs ruhig ein schwächeres Argument, steigern Sie langsam, aber konsequent, und stellen Sie die wichtigste Begründung (den "Joker") an den Schluss. Und: Üben Sie die Gesprächssituation ein, möglichst am "lebenden Objekt", also mit Familienangehörigen oder Freunden. Die helfen Ihnen auch bei der nächsten "Trainingseinheit".
Rechnen Sie mit Gegenargumenten und Widerstand
Wohl kein Vorgesetzter der Welt wird eine noch so wohlbegründete Gehaltsforderung einfach abnicken. Das ist nicht sein Job – vielmehr hat er in der Verhandlung die Interessen der Firma zu vertreten. Deswegen wird er stets eine Reihe von Gegenargumenten bereithalten, die Sie von Ihrem Wunsch abbringen sollen. Lassen Sie sich dadurch aber nicht ins Bockshorn jagen – die meisten Einwände können Sie bei entsprechender Vorbereitung verhältnismäßig leicht entkräften. Wir haben in einer Übersicht das Standardrepertoire zusammengestellt und zeigen Ihnen Möglichkeiten, darauf zu reagieren.
Achten Sie auf Ihre Körpersprache
Bedenken Sie stets, dass Sie auch körperlich positive Signale aussenden wollen: Ein fester (nicht: brutaler) Händedruck, ein offener und freundlicher Blick und eine gerade Körperhaltung werden allgemein als "sympathisch-selbstbewusst" interpretiert. Schon bei der Sprechlautstärke sind sich die Experten indes nicht mehr so einig, denn was dem einen als Ausdruck von Vitalität und Kontaktfreude erscheint, interpretiert der andere als Geltungsdrang – hier ist also Ihr Gespür für die Situation gefragt. Haben Sie in einem dieser Punkte Schwächen, sollten Sie diese "wegtrainieren". Auch hierbei leisten Rollenspiele mit Verwandten und Freunden gute Dienste (die ebenfalls sehr hilfreichen Übungen vor der Videokamera kommen meist aus Zeitgründen nicht in Betracht.).
Zusammengefasst
- Trainieren Sie Ihre Argumentation und Ihr Verhalten (einschließlich Körpersprache), am besten durch Rollenspiele! Das hilft erstens, die so genannten "Todsünden" zu vermeiden, und zweitens, sich auf Kritik und Einwände vorzubereiten und diese zu entkräften. Außerdem verbessern Sie so Ihre Ausstrahlung.
- Setzen Sie Ihr Vorhaben auch formal korrekt um! Das beginnt bei der Bitte um einen Gesprächstermin und endet beim Verhalten in der Diskussion.
- Setzen Sie sich und Ihren Gesprächspartner nicht unter Zeitdruck!
Gegenargumente und wie Sie darauf reagieren
| "Die Kassen sind leer." | Das ist durchaus möglich. Der Blick in die aktuelle Unternehmensbilanz hat Ihnen aber gezeigt, dass es solide Gewinne erwirtschaftet hat, wozu Sie beigetragen haben. Weisen Sie ruhig und gelassen darauf hin. |
| "Sie werden bei uns doch schon besser bezahlt als bei der Konkurenz" oder "Gehälter dieser Höhe sind nicht branchenüblich." | Wirklich? Neben dem Blick in die Tarifverträge helfen auch die Lektüre von Stellenanzeigen, Veröffentlichungen über Branchendurchschnittsgehälter oder eine Testbewerbung dabei, den eigenen Marktwert festzustellen. Bringen Sie diese Kenntnisse vorsichtig ein und erklären Sie, dass Sie nicht den Eindruck haben, angemessen oder gar überdurchschnittlich bezahlt zu werden, obwohl Ihre Leistungen außerordentlich seien. |
| "In dieser Position können wir Ihnen nicht mehr bezahlen" | Darauf reagieren Sie am besten mit der Gegenfrage, ob, wann und zu welchen Bedingungen eine Beförderung möglich ist. So zeigen Sie Selbstbewusstsein und geben zu verstehen, dass Sie sich mit dem Status quo nicht abfinden wollen. |
| "Glauben Sie wirklich, dass Ihre Leistungen Ihre Gehaltsvorstellungen rechtfertigen?", "Warum sollten wir ausgerechnet Ihnen mehr bezahlen?" | Diese beiden unfreundlichen Einwände sollen Ihr Selbstvertrauen untergraben, tragen aber die geeigneten taktischen Antworten schon in sich: Im ersten Fall können Sie nachfragen, was konkret an Ihrer Leistung nicht stimmt, im zweiten stellen Sie (wie oben) selbstbewusst Ihre Erfolge dar. |
| "Fragen Sie in einem Jahr nochmal nach." | Nicht stichhaltig, da Sie eigentlich schon im letzten Geschäftsjahr um eine Gehaltserhöhung bitten wollten, aber damit noch gewartet haben, bis zwei wichtige Verträge (Projekte, Produktentwicklungen) abgeschlossen waren. Aufgrund dieser Erfolge möchten Sie nicht noch ein Jahr warten. Das klingt logisch und zeigt Beharrungsvermögen. |
| "Eine Gehaltserhöhung gefährdet den Betriebsfrieden." | Mag sein, aber nur dann, wenn sich ein Unternehmen ganz strikt an den Grundsatz "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" hält und starr nach Tarifvertrag bezahlt. Das ist aber in den meisten Firmen heute unüblich, da beispielsweise die Arbeit im selben Team unterschiedliche Aufgaben mit sich bringt, die eben auch verschieden entlohnt werden. |
| "Heute wollen Sie mehr Geld,und morgen kommt die ganze Abteilung." | So verständlich diese Sorge Ihres Chefs auch scheint, Sie können Ihn beruhigen. Erstens, indem Sie darauf hinweisen, dass sich Ihre Situation nicht auf die Ihrer Kollegen übertragen lässt. Und zweitens, indem Sie Stillschweigen (und Loyalität) vereinbaren. |
| "Ich werde mal sehen, was sich beim Chef (Vorstand, Geschäftsführer) machen lässt." | In diesem Fall kann Ihr Gesprächspartner vermutlich wirklich nicht entscheiden. Erklären Sie ihm, dass er als direkter Vorgesetzter Ihren Fall wahrscheinlich am besten beurteilen kann und Sie ihn deshalb angesprochen hätten. Für seine Unterstützung seien Sie also sehr dankbar. Darüber hinaus können Sie anbieten, selbst mit den höheren Instanzen zu verhandeln. So binden Sie Ihr Gegenüber in die Verhandlungen ein und machen gleichzeitig klar, dass Sie sich nicht mit dem Hinweis abspeisen lassen, "die Geschäftsführung" (oder wer auch immer sonst) habe abgelehnt. |
| "Ich schätze Ihre realistische Art sonst sehr, deswegen verstehe ich gar nicht, dass Sie (so viel) mehr Geld wollen." | Lob als Strafe: Ihr Vorgesetzer macht Ihnen ein Kompliment, nur um es im nächsten Moment gegen Sie zu wenden. Auch hier gilt: Ruhig bleiben. Bedanken Sie sich, und legen Sie dann die Fakten auf den Tisch: "Eben weil ich Realist bin, sehe ich auch, dass die Firma Gewinne in Höhe von ... gemacht hat, an denen ich nicht unbeteiligt war." |
| "Sie werden mit unserem Gegenangebot nicht zufrieden sein, aber mehr ist nicht drin." | Eine weitere Entmutigungsstrategie: Ihr Gegenüber will Ihnen den Eindruck vermitteln, jede weitere Diskussion sei zwecklos. Sie können diese aber leicht in Gang halten, indem Sie antworten: "Stimmt, damit wäre ich wirklich nicht zufrieden. Aber vielleicht sollten wir trotzdem versuchen, eine Lösung zu finden, mit der beide Seiten leben können. Welche Möglichkeiten gibt es da?" |
| "Und wer garantiert mir, dassSie nach einer Gehaltserhöhung nicht nur noch 'Dienst nach Vorschrift' machen?" | Dieses "Argument" ist eigentlich eine Unverschämtheit, von daher wäre eine saftige Retourkutsche von Ihrer Seite verständlich. Aber genau die will man provozieren, um dann mit Blick auf Ihr Benehmen ablehnen zu können. Atmen Sie also tief durch und antworten Sie freundlich, dass Ihr Chef Sie doch mittlerweile gut genug kennen müsste, um zu wissen, dass Sie nicht zu dieser Sorte Mitarbeiter gehören. |
| "Andere wären froh, wenn sie einen (so guten) Arbeitsplatz hätten." | Diese kaum verhohlene Drohung mit dem Jobverlust wird in Zeiten der Rekordarbeitslosigkeit besonders gern eingesetzt, um Sie einzuschüchtern und gefügig zu machen. Mit dem Einsatz solch schwerer Geschütze beweist Ihr Gesprächspartner allerdings nur mangelnden Einfallsreichtum, sprich: ihm gehen die sachlichen Argumente aus, die gegen eine Gehaltserhöhung sprechen. Bleiben Sie also auch hier ruhig und verfolgen Sie die einmal gewählte Argumentationslinie. Bedenken Sie: Wäre sich Ihr Gegenüber hundertprozentig sicher, dass Sie anderswo keinen Job finden bzw. auch nicht besser bezahlt würden, hätte Sie wohl kaum um das Gehaltsgespräch gebeten. |
