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Arbeiten, wenn andere frei haben



In knapp der Hälfte aller europäischen Betriebe mit mindestens zehn Mitarbeitern wird auch nachts, am Wochenende oder zu wechselnden Zeiten gearbeitet. Das zeigen aktuelle Untersuchungen des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Für die repräsentative Studie wurden über 26 000 Befragungen in Betrieben mit mehr als zehn Mitarbeitern aus 21 europäischen Ländern ausgewertet, in denen mindestens 20 Prozent der Beschäftigten zu unüblichen Zeiten arbeiten.

 

Schweden und Großbritannien an der Spitze 

Die Verbreitung derartiger „unüblicher“ Arbeitszeiten ist je nach Land verschieden. Am meisten verbreitet sind Samstagsarbeit und wechselnde Arbeitszeiten, wie etwa Schichtdienst. Schweden, Großbritannien und Finnland liegen hier an der Spitze, Deutschland und Frankreich teilen sich Platz vier. In Dienstleistungsbranchen kommen Nacht- und Wochenendarbeit und wechselnde Arbeitszeiten inzwischen häufiger vor als im produzierenden Gewerbe.

 

Deutschland: Jeder vierte Betrieb arbeitet samstags

Jeder vierte Betrieb in Europa arbeitet auch samstags, in Deutschland sogar fast jeder dritte. In den späten Abendstunden oder nachts arbeiten ungefähr neun Prozent aller europäischen Betriebe. Schichtarbeit und versetzte Arbeitszeiten sollen helfen, die individuelle Arbeitszeit von den Öffnungs- und Betriebszeiten zu entkoppeln, jeder fünfte Betrieb in Europa nutzt diese Instrumente. In den neuen Mitgliedsstaaten der EU kommen die neuen Arbeitszeitformen sehr viel häufiger vor als in den alten Ländern.

 

Probleme für und in Betrieben mit unüblichen Arbeitszeiten?

Im Rahmen der Studie wurde das Management gefragt, ob es sich in seinem Betrieb mit Problemen wie Krankheit, Fluktuation oder geringer Motivation der Beschäftigten konfrontiert sähe.

 

Fazit: Manager in Betrieben mit einem vergleichsweise hohen Anteil an unüblichen Arbeitszeiten haben stärker mit Personalproblemen wie Krankheit, Motivationsverlust und Fluktuation zu kämpfen.

 

Manager klagen in Betrieben mit unüblichen Arbeitszeiten stärker über Probleme der Personalbindung, als dies in Betrieben der Fall ist, in denen zu diesen Zeiten nicht gearbeitet wird. Dies ist insbesondere der Fall in Firmen, in denen ein höherer Anteil der Beschäftigten unüblichen Zeiten ausgesetzt ist, und hier vor allem dort, wo sonntags gearbeitet wird.

 

Nach Einschätzung der Manager leidet auch die Motivation der Mitarbeiter in denjenigen Betrieben am stärksten, in denen mindestens 20 Prozent der Beschäftigten zu unüblichen Zeiten arbeiten. Besonders gravierend ist die Situation in den Firmen, in denen Nachtarbeit geleistet wird. Am stärksten mit niedriger Motivation der Mitarbeiter zu kämpfen haben Manager in Betrieben, in denen alle vier Formen unüblicher Arbeitszeit vorkommen.

 

Der IAQ-Report von Angelika Kümmerling "Arbeiten, wenn andere frei haben – Nacht- und Wochenendarbeit im europäischen Vergleich" steht Ihnen hier kostenlos als pdf zum Download zur Verfügung.

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