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Ältere im Job



Die gute Nachricht zuerst: Mit einem demografisch bedingten Fachkräftemangel ist in Deutschland in den nächsten 20 Jahren nicht zu rechnen – so jedenfalls das Ergebnis der Forscher des Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie. Die Wissenschaftler haben umfassende Daten zu Demografie, Arbeitsmarkt und Rentengeschehen in den Regionen zusammengestellt. Die schlechte Nachricht: Die Arbeitsmarktlage für Ältere wird sich dramatisch verschlechtern, wenn nicht gegengesteuert wird, prognostizieren die Forscher.

 

 

 aus: Böcklerimpuls 12/2007

 

Die wichtigsten Erkenntnisse des Projekts haben wir für Sie hier zusammengefasst:

 

Die Arbeitskräfte in Deutschland werden älter – es gibt künftig deutlich mehr 55- bis 64-Jährige, stellt die Studie fest. Für die regionale Arbeitsmarktpolitik wird dies auf Jahrzehnte hinaus die entscheidende demografische Herausforderung sein. Denn die Chancen, bis zur Rente in einem Beruf bleiben zu können, sehen je nach Region und Branche schon heute oft nicht gut aus – und könnten sich bei zunehmender Konkurrenz und einem höheren gesetzlichen Rentenalter noch verschlechtern.

 

Die Zahl der potenziellen Arbeitskräfte in Deutschland wird wachsen.

Denn es starten mehr junge Menschen am Arbeitsmarkt als in Rente gehen. In den kommenden Jahren scheiden die eher schwach besetzten Kriegs- und Nachkriegsjahrgänge aus. Allerdings sind die Prognosen für Ost und West unterschiedlich: In Westdeutschland wächst das Reservoir an Arbeitskräften zwischen 2002 und 2015 von etwas 32,8 auf 34,9 Millionen. In den neuen Ländern hingegen sinkt die Zahl der Erwerbspersonen schon heute. Für die ostdeutschen Flächenstaaten ist bis 2020 eine Abnahme um etwa ein Fünftel zu erwarten.

 

 

Mehr Ältere am Arbeitsmarkt.

Die Babyboomer kommen in die Spätphase des Erwerbslebens, darum erwarten die Wissenschaftler wesentlich mehr ältere Erwerbspersonen. Die Gruppe der 55- bis 64-Jährigen wird 2022 bundesweit um ein Drittel stärker besetzt sein als 20 Jahre vorher – je nach Bundesland abhängig.

 

Die Perspektiven weichen je nach regionaler Wirtschaftsstruktur deutlich voneinander ab.

Es gibt keinen einheitlichen Arbeitsmarkt für Ältere, sondern es bestehen enorme regionale-, branchen-, berufs- und qualifikationsspezifische Differenzierungen. In Bundesländern wie Baden-Württemberg  und Bayern stand 2005 jeder zweite 55- bis 64-Jährige im Berufsleben. In den neuen Bundesländern lagen hingegen die Quoten durchweg unter 40 Prozent.

 

Für einen langen Verbleib sind die allgemeine Lage am Arbeitsmarkt und die regionale Wirtschaftsstruktur entscheidend. So sind die Beschäftigungschancen Älterer im Dienstleistungssektor besser als in der Industrie und Landwirtschaft. Weil Ältere oft in alten Industrieberufen tätig waren, sind sie von Jobverlusten in Folge des Strukturwandels besonders betroffen.

 

Die Aussichten Älterer sind in vielen Berufen schlecht.

Generell sind die Anteile Älterer in Branchen niedrig, in denen hohe körperliche Belastungen anfallen. Dazu gehören etwa die Textil-, Bau-, Holz- und Gesundheitsbranche. In akademischen Berufen sind dagegen die Chancen größer, lange im Arbeitsleben zu bleiben. Hoch Qualifizierte arbeiten häufiger in Dienstleistungsbranchen und sind darum weniger vom Strukturwandel bedroht; zudem sind sie geringeren Gesundheitsbelastungen ausgesetzt.

 

 

  aus: Böcklerimpuls 12/2007

 

In Ostdeutschland gibt es inzwischen ganze Berufsgruppen, in denen überdurchschnittlich viele Ältere arbeiten.

Einen weit überdurchschnittlichen Anteil ein 55- bis 64-Jährigen bilden die Gruppe der Lehrer, Ingenieure, Chemike rund Physiker. Dies liegt daran, dass die jüngeren Jahrgänge nur schwach besetzt sind, weil in Akademikerpositionen wenig eingestellt wurde und viele Hochqualifizierte der jüngeren Generation abgewandert sind.

 

Fazit:

Bislang steht Deutschland im internationalen Vergleich nicht schlecht da. Aber: Geburtenschwache Jahrgänge scheiden nun aus, die Babyboomer rücken nach. Die Wissenschaftler warnen vor den Folgen: Die Arbeitsmarktlage für Ältere werde sich dramatisch verschlechtern, wenn nicht gegengesteuert wird. Das INIFES empfiehlt gezielte Unterstützung der Beschäftigten, etwa durch betriebliche Gesundheitsförderung und Weiterbildung.

 

Weiterführende Informationen finden Sie hier zum Download (pdf) und unter: www.boecklerimpuls.de

 

 

 

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